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Kurse für Harmonielehre, Gehörbildung und Rhythmik

Die Vierklänge

Die Vierklänge sind sozusagen die vierte Dimension in der Musik.

Am ehesten wird dir bislang wohl der Dominant-Sept-Akkord begegnet sein. Dieser findet in der Popmusik häufige Verwendung, wegen seiner starken Auflösungstendenz (s. Die Hauptkadenz).

Nun sehen wir uns aber erstmal die Bildung der Vierklänge an. Gehen wir mal davon aus, dass die Vierklänge genauso wie die Dreiklänge durch reine Terzschichtung gebildet werden. Es gibt ja noch viele andere Möglichkeiten vier Töne miteinander zu kombinieren. Diese sind aber nicht immer musikalisch sinnvoll. Dennoch gibt es einige Vierklänge, die nicht auf Terzschichtung beruhen und trotzdem sehr gut klingen (z.B. sus-Vierklänge). Wir bleiben aber erstmal bei der Terzschichtung.

Als Grundlage nehmen wir nun unsere bekannten vier Dreiklangstypen. Dur, Moll, Vermindert und Übermäßig (s. Die Dreiklänge). Darauf schichten wir jeweils eine kleine oder eine große Terz.

Erweiterung des C-Dur Dreiklangs

Setzen wir auf den Dur-Dreiklang eine große Terz, so erhalten wir einen "Major 7"-Akkord (Abk. maj7, major = engl. groß). Also ein Dur-Dreiklang mit großer Septime. Er klingt ziemlich hart und äußerst nach Dur. Die große Septime erzeugt etwas Spannung, jedoch wirkt er nicht unruhig. Den Dominant-Sept-Akkord (V7) erhalten wir, wenn wir auf den Dur-Dreiklang eine kleine Terz schichten. Dieser klingt auch nach Dur, aber weicher als der maj7. Das wichtigste ist aber, wie schon oben bemerkt, die starke Auflösungstendenz des Dominant-Sept-Akkordes in den maj7-Akkord auf der I. Stufe.

Erweiterung des C-Moll Dreiklangs

Nun ist der Moll-Dreiklang an der Reihe. Mit einer großen Terz kombiniert, ergibt sich ein etwas seltsam klingender Vierklang: "Moll-Major 7" (-maj7). Ein Moll-Dreiklang mit großer Septime. Er wird selten verwendet, das ist auch verständlich, denn er klingt ziemlich dissonant.

Wesentlich wichtiger ist der "Moll 7"-Vierklang (m7 oder -7), der durch Schichtung einer kleinen Terz auf den Moll-Dreiklang entsteht. Er klingt sehr glatt und ist praktisch der klassische Moll-Akkord.

Erweiterung des Dreiklangs C vermindert

Wird der verminderte Dreiklang erweitert, so ergeben sich zwei interessante Akkorde.

Einmal der Halbverminderte Vierklang "Moll7/b5" (m7/b5), er entspricht einem Moll 7 -Vierklang mit verminderter Quinte (b5).

Und zum anderen der Vollverminderte Vierklang (oft auch nur verminderter Vierklang genannt), der nur aus einer Schichtung von kleinen Terzen besteht.

Beide Vierklänge sind sehr vielseitig einsetzbar, wegen ihrer starken Klangfarben finden sie jedoch in der Popmusik seltener Verwendung. Im Bereich Jazz / Fusion sind sie sehr wichtige Akkorde.

Erweiterung des Dreiklangs C übermäßig

Unser exotischer Dreiklang, der übermäßige Dreiklang läßt sich eigentlich nur mit einer kleinen Terz erweitern. Es ergibt sich ein genauso exotischer Vierklang, der "Major 7#5"-Vierklang (maj7/#5, sprich 7 Kreuz 5). Er klingt durch die übermäßige Quinte reichlich dissonant und wird deswegen auch sehr selten verwendet.

Wird der übermäßige Dreiklang mit einer großen Terz erweitert, so ergibt sich als Septime ein His, was aber enharmonisch verwechselt ein C ist. Und somit entsteht kein Vierklang, sondern nur ein übermäßiger Dreiklang mit oktaviertem Grundton. Nicht wirklich ein neuer Akkord.

 

So, geschafft! Dieses Wissen mag dir nun reichlich abstrakt und ohne praktischen Bezug vorkommen. Erst mit den nächsten Kapiteln wird das ganze abgerundet und mehr auf die praktische Anwendung bezogen. Also mit Mut an die Übungen, damit die Grundlagen gefestigt werden!

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